Maiswurzelbohrer

(Diabrotica virgifera)

Maiswurzelbohrer auf einer Blüte
Maiswurzelbohrer auf einer Blüte© GettyImages.at/NNehring

Familie und Herkunft

Blattkäfer (Chrysomelidae)

Mittelamerika

Erkennungsmerkmale

Maiswurzelbohrer auf einer Maispflanze
Maiswurzelbohrer auf einer Maispflanze© H. Fragner

Der (westliche) Maiswurzelbohrer ist ca. 5 - 6 mm lang. Die Käfer haben einen schwarzen Kopf mit dunklen, etwa körperlangen Fühlern, einen gelblichen bis orangen Halsschild und schwarze Deckflügel mit Streifen, die unterschiedlich ausfallen können. Der Hinterleib ist ebenfalls gelblich. Die Käfer können gut laufen und  fliegen.

Status in Österreich

V T S K Stmk O N W B
E E E E E E E - E
 
E = etabliert, C = unbeständig, EF = Einzelfund, UN = unbekannt, EX = erloschen, AG = ausgerottet

In Österreich trat der Maiswurzelbohrer zum ersten Mal 2002 auf. 2007 wurde er erstmals in Oberösterreich beobachtet, von wo er das Inn- und Donautaltal besiedelte. Seither hat sich der Käfer kontinuierlich weiter nach Westen und Süden ausgebreitet und konnte sich in den wichtigen Maisanbaugebieten in Niederösterreich, Steiermark, Kärnten und im Burgenland etablieren. 2015 wurde der Maiswurzelbohrer auch in Vorarlberg gemeldet.

Verbreitung in Europa

Der Erstfund stammt aus dem Jahr 1992 in Serbien (Belgrad). Von dort weitere Ausbreitung auf natürlichem Wege am Balkan. Es gibt zwei große, zusammenhängende Befallsgebiete, im Südosten Europas und in Norditalien. Durch den Handel entstehen laufend weitere Befallsherde z. B. in Italien, Frankreich, England, in den Niederlanden und in der Schweiz.

Auswirkungen des Klimawandels

Die Entwicklung des Maiswurzelbohrers wird durch den Klimawandel beeinflusst, weil die Dauer der einzelnen Entwicklungsabschnitte des Schädlings ist von der Temperatur abhängig ist.

Biologie und Ökologie

In Österreich treten die ersten Käfer ab Mitte Juni auf, die Hauptflugzeit erstreckt sich von Anfang Juli bis Anfang September. Der Käferflug endet im Oktober. Nach der Befruchtung führen die Weibchen zunächst einen zweiwöchigen Reifungsfraß an Blättern, und Körnern der Maispflanzen durch. Danach erfolgt die Eiablage (ca. 300 - 400 Stück) im Boden. Die Eier sind ca. 0,3 mm groß und mit freiem Auge kaum sichtbar. Der Maiswurzelbohrer überwintert im Eistadium, Die Larven durchlaufen 3 Stadien der Larvalentwicklung. Der Maiswurzelbohrer hat eine Generation pro Jahr.

Negative ökologische Auswirkungen

Negative Folgen durch den Einsatz von Spritzmitteln.

Negative ökonomische Auswirkungen

"Schwanenhals" bei Maispflanzen am Feld
"Schwanenhals" bei Maispflanzen am Feld© A. Krapf

Wirtschaftlich bedeutend sind in erster Linie die unterirdischen Schäden durch die Larven des Maiswurzelbohrers. Die Larven bohren sich in das Wurzelgewebe ein (Name). Diese Fraßschäden beeinträchtigen den Wasser- und Nährstofftransport, und führen Infektionen durch Pilze. Bei starkem Befall verlieren die Pflanzen ihre Standfestigkeit, sie verbiegen sich schwanenhalsförmig und fallen um, was zu massiven Problemen bei der Beerntung führt.

Die Ernteausfälle durch den Befall des Maiswurzelbohrers können beträchtlich sein. In Amerika werden Ernteausfälle von 30-80% beschrieben,  Die Kosten zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers sind sehr hoch und haben ihm den Spitznamen „Milliarden-Dollar-Käfer" eingebracht.

Positive ökonomische Auswirkungen

Keine bekannt

Managementmaßnahmen

Die wichtigste Bekämpfungsmethode ist die Fruchtfolge, am besten mit Getreide (Kürbis und Soja sind nicht geeignet, weil auch dort Eier abgelegt werden). Die Fruchtfolge wird durch entsprechende Landesverordnungen geregelt (z.B. Stmk. Maiswurzelbohrerverordnung 2019).

Chemische Bekämpfung

Die chemische Bekämpfung der aldulten Käfer ist aufgrund der Pflanzenhöhe schwierig aber möglich. Eine Bekämpfung der Larven mit Bodeninsektiziden ist technisch einfacher.

Biologische Bekämpfungsmethoden

Bei der biologischen Bekämpfung werden natürlich vorkommende Antagonisten (Gegenspieler) der Käferlarven wie z.B. Nematoden verwendet. Entsprechende Methoden gibt es bereits, es laufen aber auch noch aktuelle Forschungsprojekte.

 

Letzte Aktualisierung

05.05.2020