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Buchsbaumzünsler

(Cydalima perspectalis)

Raupe des Buchsbaumzünslers auf einem Buchsbaumzweig© GettyImages.at/Eileen Kumpf

Familie und Herkunft

Schmetterlinge (Crambidae)

Ostasien (Japan, China, Korea, Indien, Ferner Osten)

Erkennungsmerkmale

Der Falter erreicht eine Flügelspannweite von etwa 40 - 45 mm. Die Vorderflügel sind zumeist weiß mit einem breiten braunen Band. Auffällig sind eine kleine, braun gefärbte Ausbuchtung in das Mittelfeld sowie ein daneben befindlicher halbmondförmiger weißer Fleck. Die Hinterflügel sind ebenfalls weiß mit einem braunen Saum. Die Raupen sind bis zu 5 cm lang, gelbgrün bis dunkelgrün sowie schwarz und weiß gestreift, mit schwarzen Punkten, weißen Borsten und schwarzer Kopfkapsel.

Falter des Buchsbaumzünslers© GettyImages.at/Sander Meertins
Raupe mit Spinnfäden© GettyImages.at/Sander Groffen
Durch Raupen befallene Buchbaumhecke© GettyImages.at/orgiana

Status in Österreich

V T S K Stmk O N W B
E UN UN UN E E E E E
 
E = etabliert, C = unbeständig, EF = Einzelfund, UN = unbekannt, EX = erloschen, AG = ausgerottet

In Österreich wurde der Buchsbaumzünsler erstmals 2009 in Vorarlberg und 2010 in Niederösterreich gefunden. Mittlerweile ist er in Vorarlberg, Niederösterreich, Wien, aber auch in der Steiermark, dem Burgenland und Oberösterreich verbreitet.

Verbreitung in Europa

Der Buchbaumzünsler wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts nach Mitteleuropa - vermutlich mit Baumschulware -  aus Asien eingeschleppt.

Er wurde in der Schweiz, den Niederlanden und Belgien, in Frankreich, Großbritannien, Österreich, Ungarn, Rumänien, der Slowakei und der Türkei gemeldet.

Auswirkungen des Klimawandels

In Ostasien bildet er drei bis vier Generationen pro Jahr, in Mitteleuropa abhängig von Witterung und Temperaturverlauf mindestens zwei. Eine Begünstigung durch steigende Temperaturen erscheint daher warscheinlich.

Biologie und Ökologie

Die Falter sind gute Flieger. Zur Eiablage suchen die ca. 8 Tage lang lebenden Weibchen gezielt nach Buchsbäumen. Die Raupe besitzt die Fähigkeit Fäden zu spinnen, Die Raupen bauen eine Kammer aus Blättern und Fäden in denen sie sich aufhalten. Die Raupen überwintern in Kokons zwischen den Blättern des Buchsbaums oder in der Nähe auf anderen Pflanzen. In Mitteleuropa durchlaufen die Raupen bis zur Verpuppung 6-7 Larvenstadien.

Negative ökologische Auswirkungen

Die Raupen des Buchsbaumzünslers verursachen einen Kahlfraß am heimischen Buchsbaum (Buxus sempervirens), Die befallenen Pflanzen sind hellbeige gefärbt, an einzelnen Blättern sind nur noch die Blattrippen vorhanden oder der Blattstiel. Dazwischen gibt es vereinzelt auch noch gesunde, grüne Blätter. Bei starken Befall stirbt die Pflanze ab.

Negative ökonomische Auswirkungen

Buchsbaumholz ist sehr hart und wird z.B. zum Drechseln und Schnitzen oder im Musikinstrumentenbau (Geigen, Holzblasinstrumente) verwendet.

Früher fand das Holz des Buchsbaums im Buchdruck Verwendung. Buchsbaum wächst sehr langsam und ist daher sehr knapp und teuer.

Positive ökonomische Auswirkungen

Keine bekannt

Negative gesundheitliche Auswirkungen

Keine bekannt

Managementmaßnahmen

Eine Bekämpfung mit Insektiziden ist möglich. Die Kokons sind jedoch recht dicht gesponnen und erschweren dadurch die Bekämpfung. Es können Pheromon- oder Lichtfallen verwendet werden. Auch besteht die Möglichkeit mit einem Hochdruckreiniger und einer Auffangfolie die Buchsbaumzünsler großflächig aus den Büschen zu sprühen und aufzusammeln.

Weitere Informationen

Der Buchsbaum ist in allen Teilen giftig. Er enthält rund 70 verschiedene Alkaloide, Durch den Fraß lagern auch die Raupen des Buchsbaumzünslers diese Alkaloide ein, weshalb sie von Fressfeinden wie Vögeln oft gemieden werden.

Die Blüten produzieren reichlich Nektar und Pollen und werden daher gern von Bienen und Fliegen aufgesucht. Der Buchs gilt wegen der früh im Jahr beginnenden Blüte als wichtige Bienenweide.

Der Duft der Samenwarzen lockt Ameisen an, die die Samen verschleppen; damit gehört der Buchsbaum - zusammen mit dem Besenginster - zu den wenigen mitteleuropäischen Gehölzen, deren Samen von Ameisen verbreitet werden (Myrmekochorie).

Literatur

R. John, J. Schumacher (2013): Der Buchsbaum-Zünsler (Cydalima perspectalis) im Grenzach-Wyhlener Buchswald: Invasionschronik und Monitoringergebnisse. In: Springer Spektrum (Hrsg.): Gesunde Pflanzen: Pflanzenschutz - Verbraucherschutz - Umweltschutz. Springer-Verlag,

H. Wan, T. Haye, M. Kenis, S. Nacambo, H. Xu, F. Zhang, H. Li (2014): Biology and natural enemies of Cydalima perspectalis in Asia: Is there biological control potential in Europe? In: Journal of Applied Entomology. Blackwell Verlag,

 BIOLOGIE-SEITE.DE https://www.biologie-seite.de/Biologie/Buchsbaumz%C3%BCnsler
 WIKIPEDIA https://de.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%B6hnlicher_Buchsbaum

Letzte Aktualisierung

15.05.2020

 

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