Salvinia, Lästiger Schwimmfarn, Büschelfarn

(Salvinia molesta D. S. Mitch)

Salvinia Bestände in einem Teich
Salvinia Bestände in einem Teich© A. Krapf

Familie und Herkunft

Schwimmfarngewächse(Salviniaceae), Brasilien.

Einfuhr- und Einschleppungswege

Salvinia wurde als Zierpflanze im Gartenbau und Tierhandel nach Europa eingeführt.

Ausbreitungswege

Handel, (un)absichtliches Ausbringen in die freie Natur durch „Entsorgung" von Zierfischen, Aquarienpflanzen bzw. Aquarienzubehör sind möglich. Die eigenständige Ausbreitung der Art kann über Angelmaterialien, Wassersport- und Tauchausrüstung, Boote oder Wasservögel erfolgen.

Erkennungsmerkmale

Eingefaltete Schwimmblätter von Salvinia
Eingefaltete Schwimmblätter von Salvinia© A. Krapf

Diese Art ist ein frei an der Wasseroberfläche schwimmender Wasserfarn. Es gibt unter der Wasseroberfläche Rhizome, echte Wurzeln fehlen jedoch. An den Sprossen sitzen Blattquirle aus je 3 Blättern, zwei davon schwimmen, das dritte befindet sich Unterwasser. Die an der Mittelrippe eingefalteten Schwimmblätter, die sich oft stark überlappen, sind erst elliptisch und im Alter mehr breit als lang. Blattform und -Größe können stark variieren. An der Oberfläche fallen die zahlreichen Papillen auf, die abstehend behaart und unbenetzbar sind. Jeweils 4 Haare sind an der Spitze verwachsen, wodurch der der Auftrieb gesteigert wird. Diese Haare könnten im Aussehen mit einem Schneebesen verglichen werden. Reife Pflanzen produzieren kugelige bis eiförmige Sporenbehälter mit unfruchtbaren Sporen.

Status in Österreich

Aktuell sind keine gesicherten Vorkommen von Salvinia molesta in Österreich bekannt.

Verbreitung in Europa

Ebenfalls unbeständige Vorkommen werden aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Portugal gemeldet.

Auswirkungen des Klimawandels

Diese Art wird vermutlich aufgrund des Klimawandels (verlängerte Vegetationszeit, Temperaturanstieg, vermehrte Trockenperioden) einen Vorteil gewinnen und weitere Areale besiedeln.

Biologie und Ökologie

Salvinia besiedelt stehende Gewässer, jedoch auch langsame Fließgewässer werden von ihr angenommen. Gemieden werden allerdings Brackwasser Lebensräume. Austrocknung erträgt sie nicht und sie ist auch recht frostempfindlich. Warme, nährstoffreiche und voll besonnte Gewässer werden von ihr bevorzugt.

Negative ökologische Auswirkungen

Diese Art ist sehr konkurrenzstark und kann vermutlich standorttypische Arten verdrängen.

Negative ökonomische Auswirkungen

Negative ökonomische Auswirkungen könnten auf die Schifffahrt, und die Freizeitnutzung zukommen, falls sich die Pflanze etablieren und weiter ausbreiten sollte. Ihre dichten Matten könnten den Schiffsverkehr behindern und die Erholungsfunktion beeinflussen.

Negative gesundheitliche Auswirkungen

Es sind bisher keine bekannt.

Positive ökonomische Auswirkungen

Verwendung der Pflanze als Zierpflanze in der Aquaristik und als Gartenteichpflanze. Seit sich die Art auf der Unionsliste befindet, ist jedoch jeglicher Handel untersagt!

Managementmaßnahmen

Ziele der Maßnahmen:

Die Entstehung neuer Bestände verhindern und bestehende in ihrer Ausbreitung hemmen.

  • Öffentlichkeitsarbeit.
  • Verhinderung der (un)absichtlichen Ausbreitung.
  • Gründliche Reinigung benutzter Geräte, Fahrzeuge, Kleidung und Schuhwerk.
  • Nach jeder Bekämpfung ist eine mehrjährige Nachkontrolle notwendig, da sich meist nicht alle Pflanzen und deren Teile gleichzeitig entfernen lassen.


Bekämpfungsmaßnahmen:

Einzelpflanzen und kleine Bestände

  • Händisches Entfernen ist am effektivsten jedoch sehr arbeitsintensiv.

Entsorgung

  • Eine sorgfältige und möglichst wasserferne Entsorgung der Pflanzenreste ist notwendig.
  • Für Transporte des biogenen Materials sind geschlossene Systeme zu verwenden, um eine weitere Verbreitung zu unterbinden.
  • Die Entsorgung des Pflanzenmaterials ist gemäß geltenden Bestimmungen durchzuführen.
  • Die Nutzung des Materials zur Kompostierung oder Biogasproduktion ist unter Berücksichtigung von Auflagen (z.B. Sterilisieren des Komposts vor Ausbringung) zu bevorzugen.
  •  Das Verbrennen von biogenen und nicht biogenen Materialien außerhalb von genehmigten Anlagen ist gemäß Bundesluftreinhaltegesetz idgF verboten!

Wissenswertes

Dieser Schwimmfarn zählt laut der Weltnaturschutzunion IUCN zu den 100 invasivsten Arten der Welt. In der neuen Heimat fehlen die natürlichen Feinde, deshalb kann es zu Massenvermehrungen kommen.

Verwechslungsmöglichkeit

Der lästige Schwimmfarn kann mit anderen Arten derselben Gattung verwechselt werden. 

Literaturauswahl

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (ed.) 2013: Aquatische Neobiota in Österreich.

 www.neobiota-austria.at

Letzte Aktualisierung

28.07.2022

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